Zu 5G: Mein Schreiben an Herrn Ackerbauer vom 06.09.2020

Zu 5G: Mein Schreiben an Herrn Ackerbauer vom 06.09.2020

Hier finden Sie mein Schreiben vom 06.09.2020 an das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft / Herrn Ackerbauer zu Ihrer Kenntnis. Ich warte bis heute auf eine Antwort zu meinen brisanten Fragen rund um “5G” in Nordsachsen!

Sehr geehrter Herr Ackerbauer,

hiermit möchte ich mich für Ihre Beantwortung meines Schreibens vom 04.08.2020 (27.06.2020) bedanken.

Aus Ihrer Sicht und somit auch aus der des Sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, eingebunden das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, erscheint Ihre Antwort plausibel und ausreichend. Für die Bürger, die bei mir betreffs 5G und die damit verbundenen möglichen Gesundheitsrisiken nachfragen, für die Vertreter der Bürgerinitiativen, welche vor den Risiken und Nebenwirkungen der 5G-Strahlung die Bevölkerung warnen und auch für mich ist Ihre Beantwortung leider enttäuschend. Einerseits, was habe ich erwartet und andererseits, was können Sie mir antworten?

Sie können fast gar nichts anderes antworten, als die allseits bekannten „Formeln“ zur 5G-Technologie und deren Grenzwerte. Aber vielleicht hoffte ich auf ein kleines Wunder, auf ein Nachdenken über 5G- Gesundheitsrisiken – doch Wunder gibt es nicht mehr, auch nicht ganz kleine …!? Was Herr Präsident Eichkorn mit seiner Institution nicht zu bewegen vermag, gelingt Ihnen gleich gar nicht, obwohl Sie – eventuell – gern meinem Ansinnen folgen würden …? Sie sind das auserwählte „Opfer“, daß eine empörte AfD-Abgeordnete samt Bürgerinitiative besänftigen soll! Tut mir leid!

Nun zur Sache: Zu weit ist die 5G-Technologie bereits in unserem Land und auch in Europa vorangeschritten, mit der wunderbaren Überschrift „Technischer Fortschritt der dem Menschen dient!“ und nach Ihrer Ansicht könnten doch die Bürger, nun alle damit sehr zufrieden sein! Vordergründig richtig; denn die unaufgeklärten Bürger haben zum größten Teil keine Ahnung – außer, daß es bald ein noch schnelleres Internet gibt – welche gesundheitlichen Gefahren sich für den Menschen und seine gesamte Umwelt hinter dem Aufbau der fünften Mobilfunkgeneration auftun.

Die Warnungen der Wissenschaft diesbezüglich, bereits schon bei den vorhergehenden „Generationen/4G, 3G“, blieben ungehört von den Verantwortlichen in der Politik. Jetzt sind bereits viele Millionen Euro für 5G geflossen und es werden immer mehr. Im Zeitungsartikel vom 25.08.2020/ Torgauer Zeitung „Big Brother auf sächsisch – 5G-Technologie aus dem Container“ hat ja die Regierung die „Katze aus den Sack“ gelassen; zumindest einen kleinen Teil davon! Es ist merkwürdig und macht nachdenklich, daß die Regierung mit dem Einsatz gerade dieser brisanten, nicht vollständig auf gesundheitliche Risiken erforschten Technologie im LÄNDLICHEN Raum, bei den kleinen Handwerksbetrieben und im Gesundheitsbereich beginnen will …? – Bei allem Verständnis für den dringend notwendigen Aufbau der ländlichen Regionen.

Geht man möglicherweise davon aus, daß besonders auf dem Lande die Leute unerfahren sind und glückselig diese Technologie unterstützen werden? Nun ja, man kann fast sagen zurecht!

versuchsfeld 5g köllitsch
Bei der Veranstaltung zu Europas größtem 5G-Versuchsfeld in Köllitsch war ich selbst vor Ort.

Ihre erste „Aufklärungsversammlung“ in Köllitsch, am 22.01.2020 (einen Monat vor Eröffnung des 2000 Km² Experimentierfeldes) offenbarte, daß nicht einmal die Bürger von Köllitsch/Arzberg die leiseste Ahnung von der 5G-Technologie – insbesondere den möglichen gesundheitlichen Risiken – hatten, obwohl der Beginn der Vorbereitungen zu dieser Maßnahme schon Anfang des Jahres 2019 lag. Hier klingt Ihre Aussage wie Hohn, daß sie „es für ANGEMESSEN (halten), gezielt und themenspezifisch dort in sachlichen Austausch zu treten, wo nach UNSERER Einschätzung Diskussionsbedarf jeweils KONKRET zu erwarten ist.“

Ja, diese Aussage läßt tief blicken und einiges vermuten! Auch die Besetzung des großartigen „Innovationsbeirates“/ „Big Brother…“ aus lauter EX-Vorsitzenden und EX-Ministern, wirkt auf die Bürger und auch auf mich sehr eigenartig; wie eine Art „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ – entschuldigen Sie bitte diesen Gedanken, den aber hege nicht nur ich! Sie können mich aber gern eines Besseren belehren, sollte dieser Beirat ehrenamtlich fungieren. Aber wenn schon so ein bombastischer „Innovationsbeirat“ aufgestellt wird, warum besetzt man diesen dann nicht auch noch mit einem klugen, mutigen und zu „5G“ versierten Wissenschaftler aus dem Bereich der Medizin? Einen solchen Mediziner habe ich schmerzlich vermißt.

Sie werden mir entgegenhalten: Was soll dieser dort? Gemäß Regierungsmeinung existieren keine gesundheitlichen Problematiken durch elektromagnetische Strahlung/5G, vor allem nicht bei Einhaltung der in Deutschland gültigen Grenzwerte, gemäß Schreiben vom 30.03.2020/AZ DG16/838.4 „Informationen zum Mobilfunkausbau und zu 5G“ vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Struktur und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, an die politisch Verantwortlichen in Städten, Gemeinden und Landkreisen.

Dazu möchte ich aber zu bedenken geben, daß diese unsere Grenzwerte auf EU-Ebene durch den wissenschaftlichen Dienst durch ein umfangreiches EU-Briefing an alle Abgeordnete hinterfragt wurden. Man wies auf Studien hin, die darauf hindeuten, „daß 5G die Gesundheit von Menschen, Pflanzen, Tieren, Insekten und Mikroben beeinträchtigen könnte.“

So ist auch die Tatsache bemerkenswert und unumgänglich, daß sogar die GRÜNEN im Bundestag, im Gegensatz zu ihren Kollegen in Sachsen, durch ihre kleine Bundestagsanfrage vom 13.03.2020 / DS 19/17939 „Auswirkungen von hochfrequenten Strahlungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt“ eine kritische Meinung zeigen. Die Frage nach den ausreichenden Grenzwerten und die Hinterfragung der Rolle der Internationalen Commission of NON-IONIZING RADIATION (ICNIRP) sprechen für sich; insbesondere die Frage, warum kritische Wissenschaftler von der ICNIRP ausgeschlossen werden und ob nicht eine Reform der Besetzung angebracht wäre.

Der damalige Vorsitzende des industrienahen Gremiums der ICNIRP, Prof. Dr. Jürgen Bernhard, sagte: „Wenn man die Grenzwerte reduziert, dann macht man die Wirtschafft kaputt, dann wird der Standort Deutschland gefährdet.“. Prof. Dr. Neil Cherry, der im Auftrag der neuseeländischen Regierung die Vorgaben des ICNIRP überprüfte, kam zu dem Ergebnis: „ernsthaft fehlerhaft“, „ein Muster von Voreingenommenheit“, „absichtliche Verdrehungen“.

Auch sagen die ICNIRP-Richtlinien nur aus, das uns der Grenzwert vor „kurzfristigen, unmittelbaren gesundheitlichen Auswirkungen durch „erhöhte Gewebetemperaturen“ schützt.

Die NICHTthemischen, biologischen Effekte in einem lebenden Körper (Auswirkungen auf Nerven, Hormone oder Tumorbildung) wurden nicht berücksichtigt, da die Grenzwerte sich nur auf einen leblosen/toten Körper beziehen. „Würde nämlich die Existenz athermischer Wirkungen von gesundheitlicher Bedeutung zugegeben werden, bräche das gesamte Grenzwertgebäude in sich zusammen“, so Prof. Dr. med. Adlkofer. Nun, letztendlich hat bereits 1992 die Strahlenschutzkommission im Bundesanzeiger Nr.43 v .03.03.1992 über „spezielle Effekte, die nicht auf Erwärmung beruhen“, geschrieben: „ … Die Membraneffekte (Zellschädigungen) wurden vielfach bestätigt, so daß ihre Existenz heute als gesichert gilt.“ Warum wurde DIESE Aussage bei der Grenzwertbestimmung nicht beachtet???

Selbst die Wissenschaftsdirektion des Europäischen Parlamentes STOA kommt zu dem Ergebnis, daß „die Besorgnis der Öffentlichkeit nicht unbegründet (ist)…“, wieso sollten sich dann die Bürger mit Ihrer Aussage der Unbedenklichkeit von elektromagnetischen Wellen/5G zufrieden geben? Und im Übrigen, was hat ein EX-Innenminister Thomas de Maiziere in einem „Innovationsbeirat“ zu tun? Rechnen sie mit „Gegenwind“ aus der Bevölkerung, die doch klüger ist, als Sie annehmen möchten?

Bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit „Verschwörungstheorien“… ich und auch meine Partei, die Alternative für Deutschland, stehen selbstverständlich für den Fortschritt, aber bitte MIT und FÜR den MENSCHEN!

Kommen wir zurück zu Ihrer gepriesenen „Aufklärungsveranstaltung“ am 22.01.2020 im Lehr und Versuchsgut Köllitsch (Im Übrigen, Frau Prof. Wanka/Ex-Bundesministerin für Bildung und Forschung, vertreten im „Innovationsbeirat“, und ich haben dort zu DDR-Zeiten den Beruf des „Agrotechnikers“ im Zuge des „Abitur mit Facharbeiter“ erlernt. – Auf ein Wiedersehen freue ich mich! Schönen Gruß!). Genau an diesem Infoabend zeigte sich nicht nur die ganze Unwissenheit der Bürger, nebst des CDU-Bundestagsabgeordneten, sondern auch die ganze Unzufriedenheit (CDU-Abgeordneter ausgenommen!) der dort Anwesenden (mind. 100 Bürger – fragen Sie nach bei Herrn Kunze, Leiter des Gutes oder Herrn Dr. Bergfeld/LfULG); denn nur die „Chancen“ vom „Landnetz“ konnten den Anwesenden -wenn auch schwerlich- näher gebracht werden, die „Risiken“ ließ man einfach unter „den Tisch fallen“ bzw. man konnte hierzu keine Antworten finden.

Auf Grund der tumultartigen Aufgeregtheit der Bürger im Saal, versprachen die Veranstalter ihnen einen 2. Informationsabend mit dem Thema „Gesundheitliche Risiken von 5G“ – natürlich nicht durch die Telekom gestaltet, sondern durch einem auf diesem Gebiet anerkannten Wissenschaftler ( z.B. Prof. Dr. Buchner, MdEU und Mitglied der ÖDP). Nebenbei noch eine kleine Zugabe für Sie: Selbst die Abgeordneten der Grünen des Sächsischen Landtages könnten von dem Wissen von Herrn Prof. Dr. Buchner profitieren, denn Vorträge von „Grünen-Abgeordneten“ zu 5G, z.B. in Oschatz, größtenteils vor „grünem“ Publikum, erregten auch dort nur allgemeines Entsetzen – was ich selbst miterleben konnte!

Schade! Wo wir doch einen GRÜNEN Umweltminister haben, dem eine gesunde UMWELT und natürlich auch gesunde MENSCHEN, bei allem technischen Fortschritt am Herzen liegen sollten! Nun frage ich Sie nochmals: Warum halten Sie eine 2. Informationsrunde oder eine Podiumsdiskussion mit den o.g. Vertretern in Köllitsch nicht für effektiv?

Wo vor haben Sie Sorge oder Angst!!!??? Die Bürger erwarten eine ALLUMFASSENDE wissenschaftliche Aufklärung! Betonte nicht Prof. Frank Fitzek, Leiter des Deutschen Telekom (!)-Lehrstuhls für Kommunikationsnetze an der TU Dresden und verantwortlich für das 5G-Container-Projekt im ländlichen Raum, so auch in Nordsachsen: „ … man müsse die Bevölkerung bei einem derart wichtigen Thema unbedingt mitnehmen.“ . Hat Herr Prof. Fitzek schon wohlweislich die Zukunft im Auge? Die „Telekom“ hat nun die Köllitscher Bürger am 22.01.20 vernommen – wo bleibt der Gegenpart „Medizin“????

Abschließend noch zu den von den Bürgern und auch von den Bürgerinitiativen vorgeschlagenen und erbetenen unabhängigen Begleituntersuchungen zu Auswirkungen von 5G auf Mensch, Tier, Pflanze, Insekten u. Mikroben im 2000 Km² großen Experimentierfeld Köllitsch, besonders im Hinblick auf die o.a. Betrachtungen zu den Grenzwerten. Warum schließen Sie diese Begleituntersuchung aus und halten diese für „obsolet“? Sie wäre doch besonders hier, auf die Größe der Untersuchungsfläche (wovon 70% als Naturschutzgebiet, Trinkwassergebiet II und III, sowie FFH ausgewiesen sind!) und des langen Zeitraumes (mind. 3 Jahre) sehr praktikabel und aussagekräftig. Haben Sie Sorge vor dem Ergebnis zu den gesundheitlichen Risiken? Geld gibt es doch genug (s. „Big Brother auf sächsisch…“) – natürlich nur für eine UNABHÄNGIGE Forschungseinrichtung („Wess Brot ich eß, des Lied ich sing“ – vielleicht haben Sie ja hier eine Idee?!)

Sie wissen doch auch: Bis jetzt gibt es keine einzige Studie, die die GESUNDHEITLICHE UNBEDENKLICHKEIT von 5G bestätigt! Beweisen Sie mit einer unabhängigen Studie zum europagrößten 5G-Experimentierfeld, daß die exponentielle Erhöhung der Zwangsbestrahlung kein unverantwortliches Experiment an der menschlichen Gesundheit ist, sowie an Tier und Pflanze. Beweisen Sie, daß die Bevölkerung durch die Festsetzung von Grenzwerten nicht arglistig getäuscht wird.

Und klären Sie die Bürger endlich wahrheitsgemäß über das erschreckend und schockierend hohe Ausmaß der bereits vorhandenen Schädigungen am Menschen auf: Verhaltensveränderungen, Depressionen, Kopfschmerzen, Tinitus, Alzheimer, Demenz, Augenreizungen, Grauer Star, Lernstörungen bei Kindern, erhöhten Blutdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Migräne, Schwindel, verminderte Fruchtbarkeit, Blutbildveränderungen, DNA-Brüche, Burnout, Allergien, Immunschwäche, Krebs, usw..

Handeln Sie ehrlich und schnell, denn Fortschritt muß immer dem MENSCHEN DIENEN und nicht dem PROFIT!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Danke im Voraus für Ihre Antwort.
Mit besten Grüßen

 

Gudrun Petzold

Mitglied im Sächsischen Landtag
Mitglied im Nordsächsischen Kreistag

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